Und wieder einmal ist es soweit: Nach knapp drei Monaten geht es für mich zum zweiten Mal in dieser Saison auf die Hurtigrute! Steffi ist wieder meine Co-Lektorin. Dieses Mal sind wir auf der MS Kong Harald unterwegs.
Mit dem üblichen Schlafdefizit werden wir von Bernd an den Mannheimer Bahnhof gebracht. Dann heißt es, selbständig das richtige Gleis zu erreichen, was um diese für mich extrem frühe Uhrzeit und nach nur einem schnellen Kaffee zu Hause keine leichte Aufgabe ist. Aber Steffi ist ja da und notfalls kann ich ihr einfach hinterherlaufen. (Steffi meint zwar, das wäre eine gewagte Aussage, aber es hat geklappt :-)
Obwohl wir an einem Samstagmorgen losfahren, ist der Zug brechend voll. Wir postieren uns daher mal wieder im Durchgangsbereich und versuchen, den anderen Mitreisenden nicht allzu sehr im Wege zu stehen. Ab und an kommen seltsame Gestalten in rosa Plüschanzugen vorbei. Eine Frau trägt eine Krone aus Zahnbürsten?!? Und schlagartig mutmaßen wir, dass die verkleideten Herrschafften wohl auf dem Weg zum Kölner Karneval sind.
Problemlos erreichen wir den Frankfurter Flughafen. Wir fliegen mit KLM über Amsterdam. Daher müssen wir uns zu Terminal 2 durchschlagen.
Da ich uns beide am Vorabend schon erfolgreich per Internet eingecheckt habe, müssen wir nur noch unser Gepäck am richtigen Schalter abgeben und dann kann's losgehen! Zu meiner Überraschung muss ich feststellen, dass es im Terminal 2 tatsächlich hübsche Ecken gibt, wo man gemütlich sitzen kann. Hier gibt es auch einen Kinderspielplatz mit einer Rakete, die wir sicherlich ausleihen können, falls das Flugzeug nicht fliegen will.
Bisher ist alles gut gelaufen und so haben wir noch viel Zeit für ein Frühstück und ich bekomme endlich meine zweite Tasse Kaffee. Etwas irritierend ist jedoch, dass die Kellnerin davon ausgeht, dass wir Mutter und Tochter seien??? Und wir stellen uns die Frage, wer ist die Mutter und wer die Tochter????? Wie dem auch sei, wir machen uns gemütlich auf zur Sicherheitskontrolle, die wir erfolgreich meistern. Dann geht's weiter zum Gate, wo wir Ausschau nach unserer Reisegruppe halten. Wir sitzen nämlich nicht nur alle in einem Boot, sondern auch alle in einem Flugzeug. Tatsächlich werden wir fündig. Außerdem sind dieses Mal TeilnehmerInnen meines Astronomiekurses an der Heidelberger Volkshochschule mit dabei! Das freut mich sehr und jetzt muss alles besonders gut klappen :-)
Dann steigen wir ins Flugzeug - und bleiben erst mal eine Stunde lang am Boden stehen: Zu viel Wind in Amsterdam und daher längere Pausen zwischen den Landungen der einzelnen Maschinen sowie ein dummer technischer Fehler bei der Stromversorgung. Seufz.
Allmählich werden alle etwas unruhig. Schließlich heben wir doch noch ab. Die Landung in Amsterdam ist erstaunlich geschmeidig. Allerdings mussten wir vorher ein paar unangenehme Luftlöcher durchfliegen.
Am Flughafen in Amsterdam ist es tatsächlich sehr, sehr windig und auch der Aufstieg über die Wolken mit dem Flugzeug nach Bergen ist etwas ruckelig. Aber dafür werden wir sogleich mit einem wunderschönen Sonnenhalo belohnt!
Der Anflug auf Bergen ist auch wenig geschmeidig, aber wir kommen gut in Norwegen an. Dann geht es zum "Band des Schreckens" (Zitat Steffi), dem Kofferband, und wieder einmal stellen wir uns die bange Frage, ob unser Gepäck ankommt oder ob wir es in Frankfurt wortwörtlich "aufgegeben" haben... Wir haben Glück, aber ein Koffer fehlt (und wird erst mit viel Verspätung in Bodo nachgeliefert. Uff...)
In der Ankunftshalle sind unsere Reiseleiter, Marita und Arno, schon fleißig damit beschäftigt, alle Gäste der Gruppenreise einzufangen. (Aber leider schaffen es zwei, uns zu entwischen. Das bringt die Logistik immer etwas durcheinander und führt zu Verzögerungen. Aber das hatten wir bei anderen Touren auch schon schlimmer ;-)
Steffi und Arno kennen sich bereits von einer früheren Hurtigruten-Fahrt. Ich habe Arno nur mal kurz gesehen und freue mich, ihn endlich richtig kennenzulernen - zumal ich mit seinem Bruder schon zweimal unterwegs war und wir jeweils eine tolle Zeit hatten. Marita lernen wir jetzt erst kennen. Sie ist uns beiden sofort sympatisch und schnell ist klar, das wird eine sehr schöne Reise werden! Obwohl es ruckelig weitergeht. Seufz...
Schließlich sitzen wir alle im Bus und starten wegen des verlorengegangenen Koffers mit sehr viel Verspätung zur Orientierungsfahrt und dann weiter zum Hurtigruten-Terminal. In einem der Busse streikt das Mikro. Wir kommen erst sehr spät beim Schiff an, aber Arno kann noch organisieren, dass unsere Koffer zu den Kabinen gebracht werden.
Das erste Abendessen ist erwartungsgemäß sehr lecker. Wir orientieren uns kurz auf dem Schiff und schauen uns von Ferne schon mal die am ersten Abend sehr beschäftigten Bordreiseleiter an. Ein kleines Negativ-Highlight, das zu dem etwas anstrengenden Tag passt, ist der schiffsweite Ausfall der Bordtoilette! (Dieser wird aber zum Glück recht schnell behoben.) Wir machen schlechte Witze mit den Reisegästen und genießen die Ausfahrt aus Bergen und die fantastische Fahrt durch die dunkle, aber leider auch von schlechtem Wetter geprägte Nacht. Weiter draußen wird es schaukelig werden. Also gehen wir früh zu Bett, bevor mich die Seekrankheit erwischen kann.